Referenzprojekte Quellensanierung

Redoxgesteuerte Fluidzone zur anaeroben biologischen LCKW-Sanierung im Projekt Schleswig


Aufgabe
Eine reine Pump-and-Treat-Maßnahme im Schadenszentrum einer LCKW-/MKW-Mischkontamination führte nach ca. 10-jährigem Betrieb zu einer Stagnation der Schadstoffgehalte im Grundwasser auf einem Niveau von ca. 6 - 10.000 µg/l LCKW. MKW lagen nicht in gelöster Form, sondern nur im Feststoff vor. Durch Stimulation anaerober biologischer Abbauprozesse sollte Sensatec die zu ca. 95% aus der Komponente Perchlorethylen (PCE) bestehende LCKW-Kontamination auflösen.

 

Technische Realisierung
Zu diesem Zweck brachte Sensatec in der ersten Projektphase 6 Stück fest mit einem Fundament und Erdverankerung installierten Druckinjektionslanzen in einem Areal von ca. 10 x 10 m ein. Zur Erfolgskontrolle wurden 10 Stück In-situ-Redoxsensoren in unterschiedlichen Teufenbereichen des ca. 6,0 m mächtigen Aquifers eingesetzt. Über die Druckinjektionslanzen wurde anschließend periodisch verdünnte, teilweise mit Carbonatpuffersubstanzen versetzte Melasselösung in den Aquifer eingeleitet. Nach ca. 12 Monaten biologischer Behandlung durch mehrere Melasseinjektionen kam es trotz Erreichens eines Redoxzielniveaus < -200 mV und LCKW-Abreicherung im Quellbereich wiederholt zu einer erneuten Nachlösung von PCE. In der zweiten Projektphase konnte seitens des Gutachters ein angrenzender, bis dahin nicht bekannter Schadensherd am Rand des ursprünglichen Schadenszentrums detektiert werden. Nachdem auch dieser Schadensbereich durch den Ausbau weiterer Druckinjektionslanzen mit Wirkstoffen versorgt wurde, konnte in den folgenden 12 – 15 Monaten einen kontinuierlicher Rückgang der LCKW-Gehalte auf Werte unterhalb 50 µg LCKW/l erreicht werden.
Im Rahmen des prozessbegleitenden Biomonitorings überprüften wir die räumliche Melasseversorgung regelmäßig und passten die jeweils verwendete Melassekonzentration den biologischen Standortbedürfnissen ständig an. Die erwartete pH-Absenkung infolge der Bildung organischer Säuren im Grundwasser wurde durch eine stöchiometrisch berechnete Zufuhr von Carbonatpuffersubstanzen ausgeglichen.

 

Ergebnis
Im Ergebnis konnte Sensatec eine Abreicherung der LCKW-Gehalte im Grundwasser um über 99% innerhalb von 24 Monaten nach Beginn der biologischen In-situ-Sanierung im Schadensherd erzielen.