Referenzprojekte Quellensanierung
Bioaugmentation nach physikalisch-chemischer Vorbehandlung im Projekt DB-Schadensbeseitigung Tornesch
Aufgabe
Infolge einer Güterzughavarie kam es zur Freisetzung einer größeren
Menge von Monochlorressigsäure (ein Desinfektionsmittel und chemisches
Vorprodukt) in einen Bahnseitengraben auf einer Länge von ca. 300 lfdm.
Der Bahnseitengraben wurde daraufhin hydraulisch isoliert. Anschließend
sollte durch eine Vor-Ort-Behandlung das stark saure Grabenwasser mit
hohen Gehalten an Chloressigsäure von bis zu ca. 10.000 mg/l auf
möglichst schonende Weise gereinigt werden, da es direkt an ein
schützenswertes Feuchtbiotop grenzte. Der gesamte verunreinigte
Bahnseitengrabenabschnitt wies ein Volumen von ca. 600 m³ auf.
Technische Realisierung
Um hydraulisch handhabbare Behandlungsbereiche im Grabenbereich zu
schaffen, wurde der Bahnseitengraben zunächst in insgesamt 10
Parzellen eingeteilt, die hydraulisch durch Einrammen von Baustellenplatten
voneinander getrennt wurden. Zur Ausführung kam dann ein zweistufiges
Behandlungskonzept. In der ersten Stufe erfolgte eine Neutralisation
der stark sauren Grabenabschnitte durch sensorgestützte Zufuhr von
Carbonatpuffersubstanzen bis zur Aufrechterhaltung pH-neutraler
Milieubedingungen. Diese Stufe wurde durch einen Betrieb von
Umwälzpumpen hydraulisch gestützt. Zur Erfolgskontrolle installierten
wir in den behandelten Grabenabschnitten ein online-Sensorsystem zur
Kontrolle des pH-Wertes. In dieser Phase war ein Rückgang der
Schadstoffkonzentration im Grabenbereich noch nicht zu beobachten, jedoch ein leichter Anstieg der biologischen Stoffwechselaktivitäten
infolge des pH-Anstieges in einigen Grabensegmenten. Als wir infolge
der Pufferzugabe stabil neutrale pH-Bedingungen nachweisen konnten,
setzte die zweite Stufe, die biologische Behandlungsphase, ein. Da wir
v.a. in stark mit Monochloressigsäure belasteten Grabenabschnitten
keinerlei biologische Stoffwechselaktivität oder Keimzahlen nachweisen
konnten, wurde das Grabenwasser zunächst mit einer Auswahl speziell
angezüchteter Monochloressigsäure-toleranter und abbauaktiver Bakterien
beimpft. Zusätzlich erfolgte in dieser Phase mittels
Membranrohrbelüftern eine Grabenbelüftung, um aerobe Abbauprozesse in
dem Graben zu erleichtern. Zur Prozesskontrolle wurde das
Redoxpotenzial und die Temperaturentwicklung im Graben kontinuierlich
aufgezeichnet. Der Sanierungsfortschritt wurde durch ein wöchentliches
Schadstoffmonitoring durch einen unabhängigen Gutachter überwacht.
Ergebnis
Sensatec konnte innerhalb eines Zeitraumes von ca. 6 Monaten
biologischer Behandlung unter Einsatz speziell gezüchteter
Mikroorganismenkulturen einen mindestens 99%igen Abbau teilweise bis
unterhalb der Nachweisgrenze erzielen. Die Maßnahme wurde mit
behördlicher Genehmigung erfolgreich abgeschlossen.

